Magnus Ziegler Motorsport
← Zurück zur MX5 Bibel

Kapitel 01 · Motoren

B6 oder BP: Welcher Motor passt zu dir?

Die Frage kommt fast jede Woche: 1.6 oder 1.8? Meistens steckt dahinter die Annahme, der größere Motor sei automatisch die bessere Wahl. So einfach ist es nicht. Der Unterschied liegt weniger im Hubraum als in allem, was drumherum hängt.

Die kurze Antwort

Wenn du einen NA mit 1.6 hast, ihn auf der Straße fährst und ihn gern drehst: behalte den B6 und baue ihn ordentlich auf. Wenn du Drehmoment im mittleren Bereich willst, viel auf der Bahn unterwegs bist oder später Leistung nachlegen möchtest: der BP ist die dankbarere Basis.

Ein sauber aufgebauter 1.6 fährt sich besser als ein müder 1.8. Der Zustand schlägt den Hubraum, jedes Mal.

Was den B6 ausmacht

Der B6 ist ein sehr williger Motor. Er lebt oben heraus, quittiert Drehzahl nicht mit Zickerei und passt charakterlich hervorragend zum leichten NA. Wer den frühen NA mit seiner kurzen Übersetzung kennt, weiß, warum die Kombination funktioniert.

Wichtig zu wissen: Es gibt den B6 in mehreren Ausbaustufen. Die frühen Motoren unterscheiden sich von den späteren unter anderem beim Kurbeltrieb und beim Schwungrad. Wenn du Teile zwischen Baujahren mischst, prüfe das vorher. Nicht alles, was passt, gehört zusammen.

Was den BP ausmacht

Der BP bringt mehr Hubraum, ein spürbar breiteres Drehmomentband und in der Regel die stabilere Peripherie mit. Für Leute, die später an Verdichtung, Nockenwellen oder Aufladung denken, ist er die Basis mit mehr Luft nach oben.

Der BP-Z3 im NBFL ist noch einmal eine eigene Nummer: variable Einlass-Steuerzeit, überarbeiteter Kopf, die stärkste Serienvariante dieser Motorenfamilie. Er ist aber auch der Motor, bei dem eine Revision am meisten Sorgfalt verlangt.

Was beim Umbau wirklich dazugehört

Ein Motortausch ist selten nur ein Motortausch. Je nach Ausgangs- und Zielkombination hängen daran mindestens:

  • Kupplung, Schwungrad und die Frage, welches Getriebe passt
  • Motorsteuergerät und Kabelbaum
  • Ansaug- und Abgasseite
  • Differential und Übersetzung, wenn das Ergebnis stimmig sein soll
  • Eintragung, je nach Umbautiefe ein eigenes Thema

Rechne das ehrlich durch, bevor du den Motor kaufst. In vielen Fällen kostet die Revision des vorhandenen Motors weniger als der Umbau, und das Ergebnis ist berechenbarer.

Meine Empfehlung

Schau zuerst auf den Motor, den du schon hast. Kompressionswerte, Ölverbrauch, Laufleistung, Historie. Ist die Basis in Ordnung, hol das Maximum aus ihr heraus. Ist sie es nicht, hast du ohnehin die freie Wahl, und dann lohnt sich das Gespräch darüber, was du mit dem Auto vorhast.

Du bist unsicher, welche Basis du hast? Schick mir Motorcode, Baujahr und ein paar Fotos, ich schaue mir das an.